Autoren: Christine Bergmann (Raumkonzeption) und Hanna Müller-Kaempffer (Ornament)


Entwurf 2016, Realisierung 2017

Bauherr: St. Elisabeth und St. Barbara Krankenhaus Halle (Saale)

Fotos: Esther Dodte, Christine Bergmann


Der Eingang zum Abschiedsraum, in dem Angehörige von Verstorbenen in einem Krankenhaus Abschied nehmen, liegt direkt in einem zentralen Verkehrsbereich nahe der Fahrstühle. Diese Eingangs-, Durchgangs- aber eben auch Wartesituation war dem traurigen Anlass unangemessen. Obwohl es sich um einen verhältnismäßig kleinen Bereich handelt, ist die Architektur sehr verwinkelt. Diese Situation wurde zum Ausgangsmotiv der baugebundenen Kunst. Über den Einsatz von Hell-Dunkel Kontrasten wird die Ausgangssituation poetisch umgedeutet und ein Raum-im-Raum-Konzept entworfen. Ausschließlich auf einer Raumseite wurden Wandbilder angelegt. Diese sitzen auf einer dunklen, fast schwarzen Wand. Hier wurde ein Ornament Putz auf Putz schabloniert. Obwohl die Zeichen eine Sprache suggerieren, haben sie keine konkrete Bedeutung. Im übertragenen Sinne spielt das Kunstkonzept mit dem Gedanken von „Grenze“ und „Übergang“, „Gegenpol“ aber auch mit dem „großen Geheimnis“. Der Tod gehört zum Leben. Aber wir können nicht hinter diese Grenze sehen. Man kann nur vermuten, hoffen oder glauben. Das Kunstkonzept illustriert diese Gedanken nicht, sondern baut eine Atmosphäre aus der Anwendung polarer Prinzipien als Übersetzung für das Unerkennbare.


Link: Sepia-Institut Halle (Saale)

Vorraum zum Abschiedsraum